Am 17. September 2026 jährt sich der Geburtstag von Henri James Simon zum 175. Mal. Der Berliner Unternehmer, Kunstsammler, Mäzen und Wohltäter gehört zu jenen Persönlichkeiten, deren Wirken in Berlin bis heute sichtbar ist – auch wenn sein Name über Jahrzehnte beinahe vergessen war.
Den meisten Menschen ist James Simon heute vor allem als jener Mann bekannt, dem die Berliner Museen die weltberühmte Büste der Nofretete verdanken. Die James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel trägt seinen Namen, ebenso der James-Simon-Park an der Spree.
Doch James Simon war weit mehr als ein großzügiger Kunstsammler. Sein Engagement galt in besonderem Maße der sozialen und gesundheitlichen Verbesserung der Lebensbedingungen der Berliner Bevölkerung. Und damit führt eine direkte Spur auch in die Geschichte des Berliner Badewesens.
Gerade aus diesem Grund soll anlässlich seines 175. Geburtstages nicht noch einmal allein die bekannte Geschichte des Kunstmäzens erzählt werden. Es lohnt sich, einen anderen Blick auf James Simon zu werfen: auf sein Engagement für die Volksbäder, auf seine Frau Agnes und schließlich auf seine Kinder und Enkel, deren Lebenswege nach seinem Tod auf erschütternde Weise mit der nationalsozialistischen Verfolgung verbunden wurden.
James Simon und das Berliner Badewesen
Als James Simon am 17. September 1851 in Berlin geboren wurde, befand sich die Stadt in einem gewaltigen Veränderungsprozess. Industrialisierung und Bevölkerungswachstum ließen Berlin innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer Millionenstadt anwachsen. Die hygienischen Verhältnisse hielten mit dieser Entwicklung jedoch vielfach nicht Schritt.
Eigene Badezimmer waren insbesondere in den Wohnungen der Arbeiterbevölkerung eine Seltenheit. Die Verbesserung der persönlichen Hygiene wurde deshalb im ausgehenden 19. Jahrhundert zunehmend als öffentliche und sozialhygienische Aufgabe verstanden.
Hier begegnen wir James Simon bereits lange bevor er als Kunstmäzen weltbekannt wurde. Er unterstützte die Berliner Volksbadebewegung und engagierte sich für die Errichtung von Volksbadeanstalten, die auch weniger begüterten Bevölkerungsschichten eine regelmäßige Körperpflege ermöglichen sollten. Nach Angaben der James-Simon-Stiftung finanzierte Simon um 1880 die erste Berliner Volksbadeanstalt. Eine Gedenktafel am heutigen Stadtbad Mitte erinnert ebenfalls an seine Unterstützung.
In der Gartenstraße 5 entstand der Vorgängerbau des heutigen Stadtbades Mitte. Eine historische Tafel nennt 1888 als Jahr der Eröffnung durch den Berliner Verein für Volksbäder; 1904 ging die Anlage in städtischen Besitz über. Die unterschiedlichen Jahresangaben erklären sich somit dadurch, dass die Anfänge und die Finanzierung bereits um 1880 lagen, während die dauerhaft betriebene Badeanstalt 1888 eröffnet wurde.
Diese frühen Volksbäder waren keine luxuriösen Schwimmhallen. Im Mittelpunkt standen Brausen und Möglichkeiten zur Körperreinigung. Sie waren Teil jener großen sozialhygienischen Bewegung, die Ende des 19. Jahrhunderts schließlich zur Errichtung zahlreicher kommunaler Volks- und Stadtbäder führte.
Der Gedanke dahinter war bemerkenswert modern: Gesundheit und Hygiene sollten nicht vom Einkommen abhängig sein. James Simon unterstützte damit eine Entwicklung, die später für das gesamte deutsche Badewesen Bedeutung erlangen sollte. Ab 1889 finanzierte er nach Angaben der Staatlichen Museen Volksbadeanstalten, um die oftmals schlechten hygienischen Lebensbedingungen vieler Berliner zu verbessern.
An der Gartenstraße entstand 1929/30 schließlich das heutige Stadtbad Mitte. Seit September 2012 trägt es zu Ehren des Förderers den Namen Stadtbad Mitte „James Simon”. Eine Stele im Gebäude erinnert daran, dass Simon gemeinsam mit dem Verein für Volksbäder aus Sorge um Gesundheit und Hygiene insbesondere der Arbeiterbevölkerung die frühen Berliner Volksbrausebäder unterstützte.
Für die Geschichte der Berliner Bäder sollte deshalb neben Namen wie Oscar Lassar auch James Simon in Erinnerung bleiben. Wer sich für diese frühe Verbindung von Medizin und Badewesen interessiert, findet mehr dazu im Portrait Oscar Lassar.
Unternehmer, Mäzen und Berliner
James Simon entstammte einer jüdischen Berliner Unternehmerfamilie. Sein Vater Isaak Simon hatte gemeinsam mit seinem Bruder Louis das Unternehmen „Gebrüder Simon” aufgebaut. James besuchte das traditionsreiche Gymnasium zum Grauen Kloster und trat anschließend in den Familienbetrieb ein.
Aus dem Baumwollunternehmen entwickelte sich eines der bedeutendsten Handelshäuser seiner Branche. Simon gehörte zeitweise zu den wohlhabendsten Männern Berlins.
Doch ein erheblicher Teil dieses Vermögens floss zurück in die Gesellschaft. Die Staatlichen Museen gehen davon aus, dass Simon zeitweise etwa ein Drittel seines Einkommens für humanitäre und soziale Zwecke verwendete. Er unterstützte Einrichtungen für Kinder, Ferienkolonien, medizinische Projekte, Bildungsangebote und zahlreiche weitere soziale Initiativen.
Natürlich gehörte auch die Kunst zu seinem Leben. Simon sammelte mit großer Kennerschaft und schenkte bedeutende Teile seiner Sammlung den Berliner Museen. Er unterstützte die Deutsche Orient-Gesellschaft und finanzierte archäologische Grabungen. Auf diesem Wege gelangte auch die 1912 im ägyptischen Tell el-Amarna entdeckte Büste der Nofretete zunächst in seinen Besitz und später als Schenkung in die Berliner Sammlung.
Doch neben James Simon stand eine Frau, die in vielen kurzen Biografien kaum mehr als mit ihrem Namen erwähnt wird.
Agnes Simon – mehr als nur die Ehefrau des Mäzens
1879 heiratete James Simon Agnes Reichenheim. Agnes stammte ebenfalls aus einer bedeutenden Berliner Unternehmerfamilie. Ihr Vater Leonor Reichenheim war Textilindustrieller und politisch tätig, unter anderem als Abgeordneter des Preußischen Landtages und des Norddeutschen Reichstages.
Eine eigene berufliche Tätigkeit von Agnes Simon ist bislang nicht in vergleichbarer Weise dokumentiert wie das Wirken ihres Mannes. Dennoch wäre es falsch, sie lediglich als Ehefrau im Hintergrund zu betrachten.
Die Staatlichen Museen weisen beispielsweise ausdrücklich darauf hin, dass James und Agnes Simon gemeinsam bedeutende Erwerbungen ostasiatischer Kunst unterstützten. Dazu gehörten Kunstwerke aus dem Nachlass des für die Vermittlung japanischer Kunst bedeutenden Kunsthändlers Hayashi Tadamasa. Auch japanische Holzschnitte wurden von den Simons gestiftet. Damit wird zumindest sichtbar, dass Agnes an den kulturellen Interessen ihres Mannes Anteil nahm und selbst in das Mäzenatentum der Familie eingebunden war.
Das Ehepaar bekam drei Kinder: Helene, geboren 1880, Heinrich, geboren 1885, und Marie-Luise, geboren 1886.
Marie-Luise kam mit Down-Syndrom zur Welt und starb bereits im Jahr 1900 im Alter von nur 14 Jahren. In der Forschung wird vermutet, dass das Zusammenleben mit der behinderten Tochter das starke soziale Engagement James Simons gerade für kranke und benachteiligte Kinder mit beeinflusst haben könnte. Sicher beweisen lässt sich dieser persönliche Zusammenhang allerdings nicht.
Agnes Simon starb 1921. James Simon überlebte seine Frau um elf Jahre.
Ein Tod unmittelbar vor der historischen Katastrophe
James Simon starb am 23. Mai 1932 in Berlin. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee beigesetzt.
Der Zeitpunkt seines Todes erscheint rückblickend geradezu schicksalhaft. Nur acht Monate später, am 30. Januar 1933, übernahmen die Nationalsozialisten die Macht.
James Simon musste nicht mehr erleben, wie jüdische Bürger aus der deutschen Gesellschaft ausgeschlossen, entrechtet, beraubt, vertrieben und schließlich deportiert und ermordet wurden. Er musste aber auch nicht mehr erleben, was mit seiner eigenen Familie geschah.
Helene Simon und die Familie Westphal
Die älteste Tochter Helene Simon (1880–1965) heiratete den Juristen Ernst Westphal (1871–1949).
Auch diese Verbindung ist kulturgeschichtlich bemerkenswert. Ernst Westphal entstammte über seine Mutter der weitverzweigten Berliner Familie Mendelssohn. In den Nachkommen von Helene Simon und Ernst Westphal verbanden sich damit zwei bedeutende Familienlinien des deutsch-jüdischen Bürgertums. Das Ehepaar hatte fünf Kinder.
Ernst Westphal war Richter in Potsdam und hatte als Soldat am Ersten Weltkrieg teilgenommen. Obwohl er evangelisch getauft war, wurde er von den Nationalsozialisten aufgrund seiner Abstammung als jüdischer „Mischling” eingestuft. Bereits im April 1933 wurde er zwangsweise vom Richteramt beurlaubt. Eine Rückkehr in den Justizdienst blieb ihm verwehrt, sodass er noch im selben Jahr seine Versetzung in den Ruhestand beantragte.
Damit traf die nationalsozialistische Ausgrenzung bereits wenige Monate nach James Simons Tod seine unmittelbare Familie. Doch es sollte noch wesentlich bedrohlicher werden.
1942: Die geplante Deportation der Familie
Eine besonders bemerkenswerte Spur findet sich heute im Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin. Dort befindet sich unter der Bezeichnung „Schenkung James Simon” eine Akte aus dem Jahr 1942. Der archivische Inhaltsvermerk nennt ausdrücklich die „Verhinderung der geplanten Deportation der Familie der Tochter von J. Simon, H. Westphal”. Erhalten ist dazu Schriftverkehr verschiedener Persönlichkeiten aus dem Umfeld der Berliner Museen.
Dieser nüchterne Aktenvermerk gehört wohl zu den bewegendsten Dokumenten der Familiengeschichte. Die Tochter jenes Mannes, der den Berliner Museen bedeutende Teile seiner Kunstsammlung geschenkt und die Museumslandschaft Berlins über Jahrzehnte gefördert hatte, war nun selbst von Deportation bedroht.
In derselben archivalischen Überlieferung findet sich zudem ein früheres Gesuch Helene Westphals an die Berliner Museen. Sie bat um Fürsprache gegen die von jüdischen Bürgern verlangte Ablieferung von Schmuck und Silber. Das Gesuch wurde abgelehnt.
Kaum deutlicher könnte sich der gesellschaftliche Bruch zwischen dem Berlin James Simons und dem nationalsozialistischen Berlin zeigen.
Dorothee Westphal – die Enkelin in den Berliner Museen
Zu den Kindern von Helene und Ernst Westphal gehörte Dorothee Westphal, geboren 1902. Sie wurde Kunsthistorikerin und arbeitete ausgerechnet an jenen Berliner Museen, denen ihr Großvater James Simon so eng verbunden gewesen war.
Nach ihrem Studium und ihrer Promotion arbeitete sie ab 1929 an den Berliner Museen und beschäftigte sich unter anderem mit der Gemäldegalerie. Doch auch sie wurde Opfer der nationalsozialistischen Rassenpolitik. Im November 1933 endete ihre Tätigkeit an den Museen wegen ihrer als jüdisch definierten Abstammung.
Während des Krieges lebte sie zeitweise verborgen in Berlin. Nach 1945 konnte sie wieder wissenschaftlich arbeiten und war später erneut für die Berliner Museen tätig. Damit kehrte eine Enkelin James Simons nach der nationalsozialistischen Katastrophe an jene Institution zurück, mit der die Geschichte ihres Großvaters so eng verbunden gewesen war.
Leni Yahil – von der Enkelin James Simons zur Holocaustforscherin
Noch bemerkenswerter ist der Lebensweg einer weiteren Enkelin. Helene Erna Wilhelmine Westphal, 1912 geboren und später unter dem Namen Leni Yahil bekannt, hatte ein enges Verhältnis zu ihrem Großvater James Simon. Nach Angaben der Mendelssohn-Gesellschaft schenkte Simon seiner Enkelin sogar ihre erste hebräische Bibel mit deutscher Übersetzung.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten engagierte sich Leni Westphal in der zionistischen Jugendbewegung. 1934 verließ sie Deutschland und emigrierte nach Palästina. Dort begann ein völlig neuer Lebensabschnitt.
Leni Yahil entwickelte sich später zu einer international anerkannten Historikerin der nationalsozialistischen Judenverfolgung und des Holocaust. Ihr großes Werk über die Shoah gehört zu den bedeutenden Gesamtdarstellungen des Themas. Auch Yad Vashem bewahrt heute einen persönlichen Archivbestand von Leni Yahil.
Damit schließt sich auf tragische Weise ein historischer Kreis: Die Enkelin jenes Berliner Mäzens, dessen Name von den Nationalsozialisten aus der Erinnerung gedrängt wurde und dessen eigene Familie verfolgt wurde, widmete später einen wesentlichen Teil ihres wissenschaftlichen Lebens der Erforschung eben dieser Verfolgung.
Heinrich Simon – Flucht vor der Gestapo
Auch James Simons einziger Sohn Heinrich Simon (1885–1946) blieb von der nationalsozialistischen Verfolgung nicht verschont.
Sein Sohn Peter ging bereits 1933 in die Vereinigten Staaten. 1937 kehrte er aufgrund einer schweren Erkrankung vorübergehend nach Deutschland zurück und versuchte anschließend, seine Eltern zur Flucht zu bewegen. 1939 gelang Heinrich Simon und seiner Frau Kittie schließlich die Flucht in die Schweiz.
Nach der innerhalb der Familie überlieferten und später von James Simons Urenkelin Chris Simon geschilderten Geschichte geschah dies in dramatischer Weise: Während Gestapobeamte das Haus durch die Vordertür betraten, verließen Heinrich und seine Frau es durch die Hintertür. Anschließend konnten sie Deutschland per Flugzeug verlassen. Ihr Besitz blieb weitgehend zurück.
Heinrich Simon starb 1946 in der Schweiz. Seine Frau zog später zu ihrem Sohn Peter in die Vereinigten Staaten.
Bemerkenswert ist, dass Peter Simon mit seinen eigenen Kindern lange kaum über die deutsche Vergangenheit seiner Familie sprach. Seine Töchter Chris und Pam Simon erfuhren erst wesentlich später, welche Bedeutung ihr Urgroßvater James Simon für Berlin gehabt hatte. Auch darin zeigt sich eine Folge von Flucht und Verfolgung: Familiengeschichten können durch solche Erfahrungen über Generationen abbrechen.
Der Versuch, James Simon vergessen zu machen
Auch das öffentliche Andenken an James Simon wurde nach 1933 zurückgedrängt. Der jüdische Mäzen, dessen Kunstwerke und finanzielle Unterstützung für die Berliner Museen von kaum zu überschätzender Bedeutung gewesen waren, passte nicht in das nationalsozialistische Geschichtsbild. Seine Verdienste wurden zunehmend verschwiegen, sein Name aus der öffentlichen Erinnerung verdrängt.
Die Kunstwerke blieben. Der Stifter sollte verschwinden.
Erst Jahrzehnte später begann Berlin, James Simon wieder den Platz in seiner Geschichte einzuräumen, der ihm gebührt. Heute erinnern verschiedene Orte an ihn. Seit 2007 trägt eine Grünanlage gegenüber der Museumsinsel den Namen James-Simon-Park. Seit 2012 heißt die historische Schwimmhalle in der Gartenstraße Stadtbad Mitte „James Simon”. Und seit 2019 trägt das zentrale Empfangsgebäude der Berliner Museumsinsel seinen Namen: die James-Simon-Galerie.
Gerade diese Ehrungen erhalten eine besondere Bedeutung, wenn man weiß, wie systematisch nach 1933 versucht worden war, seinen Namen aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verdrängen.
175 Jahre James Simon – Anlass zum Erinnern
Am 17. September 2026 wäre Henri James Simon 175 Jahre alt geworden. Ein solches Jubiläum bietet Gelegenheit, einen bedeutenden Berliner nicht allein wegen der Nofretete in Erinnerung zu rufen.
James Simon gehörte zu einer Generation wohlhabender Bürger, die gesellschaftliche Verantwortung nicht ausschließlich dem Staat überlassen wollte. Er setzte erhebliche Teile seines Vermögens für Kunst, Wissenschaft, Bildung, Gesundheit und soziale Fürsorge ein.
Zu diesem Engagement gehörte auch das Berliner Badewesen. Die Unterstützung der frühen Volksbadeanstalten war keineswegs eine nebensächliche Wohltätigkeit. Sie gehörte zu einer sozialhygienischen Bewegung, die erkannte, dass menschenwürdige Wohn- und Lebensverhältnisse, Körperpflege und gesundheitliche Vorsorge zusammengehören. Wer sich heute mit der Geschichte der Berliner Stadt- und Volksbäder beschäftigt, begegnet deshalb zwangsläufig auch James Simon.
Doch zu seinem 175. Geburtstag sollte ebenso an die Menschen erinnert werden, die an seiner Seite standen und nach seinem Tod sein Erbe weitertrugen:
- an Agnes Simon, die ihren Mann auch bei seinem kulturellen Mäzenatentum begleitete,
- an die früh verstorbene Marie-Luise,
- an Helene Westphal, deren Familie nur wenige Jahre nach dem Tod ihres Vaters selbst von nationalsozialistischer Verfolgung und Deportation bedroht war,
- an Heinrich Simon, der Deutschland 1939 verlassen musste,
- und an die Enkelinnen Dorothee Westphal und Leni Yahil, deren Lebenswege auf ganz unterschiedliche Weise von der nationalsozialistischen Verfolgung geprägt wurden.
Vielleicht liegt gerade darin die eigentliche Bedeutung dieses 175. Geburtstages. James Simon hat Berlin viel gegeben. Seine Kunstwerke, seine sozialen Einrichtungen und seine Unterstützung für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit wirkten weit über sein eigenes Leben hinaus.
Doch die Geschichte seiner Familie erinnert zugleich daran, wie schnell gesellschaftliche Anerkennung, Zugehörigkeit und selbst große Verdienste in einer Diktatur bedeutungslos werden können. Dass heute wieder Bäder, Parks und eines der wichtigsten Gebäude der Berliner Museumsinsel seinen Namen tragen, ist deshalb mehr als eine späte Ehrung. Es ist die Rückkehr eines Namens in das Gedächtnis der Stadt.
Henri James Simon 17. September 1851 – 23. Mai 1932
Zum 175. Geburtstag eines Berliners, Mäzens und Wohltäters, dessen Wirken bis heute sichtbar geblieben ist.
Weiterführend zum bäderhistorischen Kontext: das Portrait James Simon zum 90. Todestag sowie die Seiten der James-Simon-Stiftung.