Kategorie: Allgemein
Michael Metze26.12.2025.
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Am heutigen 26. Dezember wäre Dr.-Ing. Rudolf Gleye 145 Jahre alt geworden. Ein Jubiläum, das sich nicht nur für eine biografische Notiz eignet, sondern für eine Würdigung, die etwas Wesentliches über Lichtenberg erzählt: über eine Zeit, in der Stadtentwicklung nicht primär durch Prestige, sondern durch technische und soziale Infrastruktur entschieden wurde. Gleye war Bauingenieur, Stadtbaurat, Verwaltungspraktiker – und damit eine jener Persönlichkeiten, die selten im Vordergrund stehen, deren Arbeit aber den Alltag eines Bezirks nachhaltig prägte. Sein früher Tod im Juni 1926, im Alter von nur 46 Jahren, riss ihn mitten aus Aufgaben, die damals die Zukunft Lichtenbergs mitbestimmten.
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Michael Metze21.12.2025.
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Der 21. Dezember ist für die Geschichte öffentlicher Bäder in Berlin ein bemerkenswertes Datum. Am 21. Dezember 2025 jährte sich der Todestag des Bildhauers Ludwig Isenbeck zum 67. Mal. Zufälligerweise fällt derselbe Kalendertag auch auf den Todestag von Oskar Lassar, bereits am 21.12.1907 also vor 118 Jahren.
Dieses Zusammentreffen bietet einen sehr passenden Anlass, den Blick auf zwei Persönlichkeiten zu richten, die – auf ganz unterschiedliche Weise – mit dem Stadtbad Lichtenberg verbunden sind: der eine als Impulsgeber einer Hygiene- und Volksbäderbewegung, der andere als Künstler, der dem Bau seine ikonische, bis heute wiedererkennbare Gestalt verliehen hat.
Wer heute vor dem Stadtbad steht, erkennt sofort, dass es sich nicht nur um eine funktionale Badeanstalt handelt, sondern um ein Gebäude mit Anspruch: öffentliche Daseinsvorsorge, städtische Repräsentation und gestalterisches Programm greifen ineinander. Genau hier liegt der gemeinsame Nenner von Lassar und Isenbeck. Oskar Lassar steht für den medizinisch-sozialen Gedanken, dass Hygiene nicht Privileg weniger, sondern Grundlage öffentlicher Gesundheit sein muss. In den historischen Darstellungen zur Entwicklung des Berliner Badewesens wird hervorgehoben, dass Lassar einfache, kostengünstig zu errichtende Brausebäder bevorzugte, um breiten Bevölkerungsschichten regelmäßiges Baden überhaupt zu ermöglichen. In diesem Geist wurden in Berlin – gestützt durch Verträge, kommunale Unterstützung und die organisatorische Arbeit des Volksbäderwesens – Strukturen geschaffen, aus denen später die große kommunale Bäderlandschaft erwuchs. Damit ist Lassar nicht „der Erbauer“ des Stadtbads Lichtenberg, aber er gehört zu den prägenden Figuren jener Entwicklung, die solche Anlagen überhaupt erst gesellschaftlich und politisch plausibel machte: Hygiene als Gemeingut, Körperpflege als Teil der Gesundheitsförderung, öffentliche Bäder als Infrastruktur der Stadt.
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Michael Metze11.09.2025.
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Manchmal schreibt das Leben die besten Geschichten an den vertrautesten Orten. Für uns hier in Berlin-Lichtenberg ist das Stadtbad Lichtenberg ein besonderes Bauwerk – seit Jahrzehnten geschlossen, aber immer noch voller Erinnerungen und Geschichte. Umso spannender, dass genau hier das Interview für die neue ARD-Dokumentarserie „Being Franziska van Almsick“ gedreht wurde.
Ein besonderer Drehort: Das Stadtbad Lichtenberg
Das Stadtbad ist ein architektonisches Juwel, das seit mehr als 30 Jahren wegen fehlender Sanierungsmittel nicht mehr genutzt werden kann. Gerade diese Leerstelle macht den Ort so eindrücklich: Zwischen den hohen Fenstern, den alten Fliesen und der Patina vergangener Zeiten entfaltet sich eine Atmosphäre, die kaum künstlich herzustellen wäre. Dass Franziska van Almsick hier offen über ihr Leben und ihre Karriere spricht, gibt dem Ort eine neue, unerwartete Bedeutung.
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Michael Metze07.09.2025.
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Öffentliche Badeanstalten gehörten seit dem späten 19. Jahrhundert zu den wichtigen sozialen Einrichtungen vieler Städte. Unter dem Namen „Volksbad“ entstanden sie mit dem Ziel, auch denjenigen Menschen Körperpflege und Hygiene zu ermöglichen, die in ihren Wohnungen kein Badezimmer hatten – vor allem Arbeitern und ihren Familien.
Doch dieser Begriff wandelte sich im Laufe der Zeit. Insbesondere während des Nationalsozialismus kam es vielerorts zu einer Umbenennung von „Volksbad“ in „Stadtbad“. Warum? Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Sprache hier keineswegs neutral war, sondern ein Ausdruck gesellschaftlicher Deutungshoheit.
Ursprung des Begriffs „Volksbad“
Ende des 19. Jahrhunderts war das „Volk“ im damaligen Sprachgebrauch ein sozialpolitischer Begriff. „Volksbad“ bedeutete: ein Bad für alle, erschwinglich, städtisch gefördert – ein Beitrag zur Gesundheitsfürsorge und zur Hebung des Lebensstandards der arbeitenden Bevölkerung.
Badeanstalten wie diese wurden von Reformern, Stadtplanern und auch Arbeiterorganisationen getragen. Der Begriff „Volksbad“ war somit positiv besetzt: er stand für soziale Integration und Fürsorge.
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Michael Metze03.09.2025.
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Wer sich mit den im Stadtbad Lichtenberg verwendeten Baustoffen befasst, stößt unweigerlich auf das Thema Baukeramik und die traditionsreiche Ziegelindustrie. Derzeit widmen wir uns der Erforschung der Herkunft und Herstellung sämtlicher Baukeramiken des Bades. Bereits heute lässt sich feststellen: Die meisten der prachtvollen glasierten Keramiken stammen aus den Siegersdorfer Werken – einem der bedeutendsten Standorte der schlesischen Keramikproduktion im heutigen Polen.
Anlässlich des 150-jährigen Bestehens der einst von Friedrich Hoffmann gegründeten Siegersdorfer Werke werden wir im kommenden Jahr einen umfangreichen Beitrag veröffentlichen. Schon jetzt aber möchten wir einen kleinen Ausblick geben und die Grundlagen der Ziegelherstellung beleuchten – jenen Werkstoff, der nicht nur die Architektur des Stadtbads, sondern auch die Baugeschichte Mitteleuropas nachhaltig geprägt hat.
Wenn man das Stadtbad Lichtenberg betritt, spürt man sofort: Dieses Gebäude ist ganz und gar aus Ziegeln erbaut. Wände, Gewölbe, Fassaden – überall derselbe Baustoff. Was heute selbstverständlich wirkt, war in den 1920er Jahren eine sehr bewusste Entscheidung. Nach dem Ersten Weltkrieg waren die Kassen leer, die Stadt musste sparen. Die Stadtväter beschlossen daher, dass das Bad ausschließlich mit Ziegeln errichtet werden sollte. Naturstein war zu teuer, Beton noch nicht durchgängig erprobt – der Ziegel aber war preiswert, regional verfügbar und in nahezu unbegrenzten Mengen lieferbar.
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Michael Metze11.06.2025.
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Das Stadtbad in Berlin-Lichtenberg, auch Hubertusbad – eines der architektonisch bedeutendsten Stadtbäder der 1920er-Jahre – steht seit vielen Jahren im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Als eindrucksvolles Zeugnis sozialer Infrastruktur der Weimarer Republik mit kunstvollen Details und monumentaler Raumgestaltung besitzt das Gebäude nicht nur stadtgeschichtlichen, sondern auch identitätsstiftenden Wert für den Bezirk. Die emotionale Bindung ist bei der Bevölkerung bis heute spürbar – das zeigte zuletzt der Tag des offenen Denkmals, bei dem über 1.000 Besucher das Haus besichtigten und die zahlreichen Besuche bei der Ausstellung Stadtbad Lichtenberg RELOADED. Wir möchten an dieser Stelle klarstellen, dass der Förderverein Stadtbad Lichtenberg e.V. in keinerlei organisatorischer oder inhaltlicher Verbindung zur Veranstaltung Stadtbad Lichtenberg RELOADED steht. Es handelt sich hierbei um eine eigenverantwortlich agierende Initiative eines unabhängigen Veranstalters.
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Michael Metze27.04.2025.
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Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) beabsichtigt im Auftrag des Berliner Senats, das Stadtbad Lichtenberg im Rahmen eines Bieterverfahrens an einen finanziell starken Betreiber zu vergeben. Als Rechtsgrundlage wird die Bestellung eines Erbbaurechts in Betracht gezogen.
Welche Chancen ein solches Verfahren bietet und welche Risiken damit verbunden sind, möchten wir im Folgenden erläutern.
Unter einer Erbbaurechtsvergabe im Bieterverfahren versteht man im Allgemeinen Folgendes:
Die öffentliche Hand (z. B. eine Kommune oder ein Land) oder ein privater Eigentümer schreibt ein Grundstück oder eine Immobilie nicht zum Verkauf, sondern zur Vergabe eines Erbbaurechts aus. Das heißt, der Erwerber erhält das Recht, die Immobilie oder das Grundstück über einen langen Zeitraum (häufig 50 bis 99 Jahre) zu nutzen und zu bebauen, ohne dass das Eigentum an Grund und Boden übertragen wird.
Im Bieterverfahren können Interessenten Angebote abgeben – meist bezogen auf den jährlich zu zahlenden Erbbauzins, auf Investitionszusagen (z. B. Sanierung eines Gebäudes) oder auf Nutzungskonzepte (etwa soziale, kulturelle oder wirtschaftliche Nutzung).
Am Ende entscheidet der Erbbaurechtsgeber – oft unter Berücksichtigung eines Mixes aus finanziellen Angeboten und inhaltlicher Qualität (Konzeptqualität) – an wen das Erbbaurecht vergeben wird.
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Michael Metze14.04.2025.
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Vor genau einhundert Jahren griff das Stadtbauamt Lichtenberg erneut auf einen bereits bestehenden Entwurf zurück, der in den Jahren 1919 bis 1921 für ein modernes Stadtbad erarbeitet worden war. In einer Phase des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruchs unmittelbar zum Ende des Ersten Weltkrieges, insbesondere im Jahr 1919, begannen erste intensive Planungen für dieses ambitionierte Projekt. Ziel war es, ein öffentliches Stadtbad zu errichten, das sowohl der körperlichen Hygiene als auch der sozialen Daseinsvorsorge dienen sollte – ein Ausdruck des modernen Verständnisses von städtischer Infrastruktur und Fürsorge in der jungen Weimarer Republik.
Die Bauarbeiten wurden zunächst mit großem Eifer 1919 aufgenommen. Bereits in der Frühphase der Umsetzung konnte die Baugrube ausgehoben und mit dem Erstellen erster Fundamente begonnen werden. Zur Finanzierung des Projekts griff man auf Mittel zurück, die im Rahmen der sogenannten Notstandsgesetze zur Verfügung standen. Diese Gesetze ermöglichten staatliche Förderungen für infrastrukturelle Maßnahmen, um in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Instabilität gezielt arbeitsmarkt- und sozialpolitische Impulse zu setzen. Das bereits angefangene Projekt musste dann aber eingestellt werden.
In den Jahren 1920 und 1921 wurde der ursprüngliche Entwurf umfassend überarbeitet. Dabei wurden sowohl die architektonischen Vorstellungen als auch die funktionalen Anforderungen an ein zeitgemäßes Stadtbad weiterentwickelt und an die veränderten Gegebenheiten angepasst. Trotz dieser planerischen Fortschritte kam es jedoch zunächst nicht zur Realisierung des Bauvorhabens. Finanzielle Engpässe, politische Unsicherheiten und strukturelle Probleme innerhalb der Verwaltung führten dazu, dass das Projekt in eine längere Phase des Stillstands geriet.
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Michael Metze23.05.2024.
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Heute vor 92 Jahren verstarb James Simon
James Simon, geboren am 17. September 1851 in Berlin, war ein herausragender deutscher Unternehmer und Kunstmäzen in der wilhelminischen Ära. Er entstammte einer wohlhabenden jüdischen Familie, die sich durch den Baumwollhandel einen Namen machte. Nach dem Tod seines Vaters führte er das Familienunternehmen erfolgreich weiter und war für seine Zeit als einer der „Baumwollkönige“ bekannt.
Simon lebte mit seiner Familie in einer prächtigen Villa in der Tiergartenstraße 15a in Berlin, die als eine der vornehmsten Adressen der Stadt galt. Diese Villa, ein kulturelles Zentrum voller Kunstwerke und Antiquitäten, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört; heute steht auf dem Grundstück die Landesvertretung Baden-Württembergs.
Als Kunstmäzen trug Simon erheblich zur Bereicherung der Berliner Museen bei und finanzierte wichtige archäologische Projekte, wie die Ausgrabungen in Ägypten, bei denen die berühmte Büste der Nofretete entdeckt wurde. Diese und weitere Kunstschätze schenkte er später den Berliner Museen.
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Michael Metze24.04.2024.
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Die Deutsche Gesellschaft für Volksbäder, gegründet am 24.April 1899, war eine historisch bedeutsame Organisation in Deutschland. Ihr Hauptziel war die Förderung des Baus und Betriebs öffentlicher Badeanstalten, insbesondere in städtischen Gebieten. Dies war eine Antwort auf die mangelnden Hygienebedingungen und die geringe Verfügbarkeit von Badeeinrichtungen für die breite Bevölkerung im 19. Jahrhundert.
Vor genau 125 Jahren wurde Sie auf Anregung des Berliner Vereins für Volksbäder im Reichs Gesundheitsamt gegründet. Der Initiator war der Berliner Hautarzt Prof. Dr. Oscar Lassar.
Im Kontext der industriellen Revolution und der damit einhergehenden Urbanisierung litten viele Städte unter schlechten Wohnverhältnissen. Die Arbeiterschicht hatte oft keinen Zugang zu adäquaten Sanitäranlagen. Die Deutsche Gesellschaft für Volksbäder trug dazu bei, diese Situation zu verbessern, indem sie den Bau von öffentlichen Bädern unterstützte, die für alle Bevölkerungsschichten zugänglich waren. Diese Bäder boten nicht nur Möglichkeiten zur Körperreinigung, sondern wurden auch zu sozialen Treffpunkten. Weiterlesen…
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